Stoke On The Water

Der Autor 1973
Der Autor 1973



Come Taste The Band

 

1973 bekam ich über eine Kleinanzeige Kontakt mit der Gruppe Stoke aus Eschborn. Sie spielten klassischen Hardrock, den ich bis Dato noch nicht auf dem Schirm hatte.

Die Band war in der typischen Hardrock Trio Besetzung zugange. Mit Mastermind Bernd Kuhn an der Gitarre, Kunibert "Kuno" Fahl am Bass und das Schlagzeug bediente Eberhard "Ebi" Kröckel. Gespielt wurden Titel von Deep Purple, Uriah Heep und anderen Interpreten dieses Genres.

Mit meinem Orgelsound wurden die Nummern dann entsprechend aufgepept. 

 

 

Machine Head


Apropos Orgelsound - die Ansprüche an diesen hatten sich in den letzten Jahren gesteigert und die Schweineorgel war für richtigen Männerrock einfach zu piepsig und damit obsolet geworden.
Es gab keinerlei tragbare Alternativen. Nur eine Hammond klang wie eine Hammond. Diese, in ihrer "kleinen" Spinett genannten Variante, immer noch 150 Kilo wiegende Monstrum aus Holz, Blech und Kupferdraht musste es sein.
Es ergab sich zufällig, dass ich durch meine damalige Tätigkeit als HiFi- Verhökerer einen Kunden hatte, bei dem ein ebensolches Gerät überzählig zuhause herumstand.

Man wurde sich handelseinig und mit allen Mann holten wir das Trumm aus dem Taunus.
Was dann folgte - dagegen war die Offenbarung des Johannes nur eine Zeitungsente der Geschichte.

Ein Sound zum Niederknien. Jetzt klang "Smoke On The Water" endlich wie von Deep Purple - oder zumindest wie von Deep Purple für Arme. Aber es fehlte etwas: Zum wirklich fetten Hammond Sound fehlte eine entscheidende Zutat: Ein Leslie.

Diese Kaffemühle bringt die Hammond erst richtig zum Kochen. So ein Teil wollte ich unbedingt haben!       
In einer Kleinanzeige fand ich das Objekt der Begierde in einem Musikgeschäft in Hamburg. Also ins Auto und ab an die Nooord...seee...küstee (dahdahdahdamm).  

Da das covern von einigen Hardrock Titeln pianoähnliche Klänge erforderte, kam on top of the Hammond noch ein Hohner Pianet, was damals ein ziemlich verbreitetes Instrument bei vielen bekannten Bands war. 

Nach einem kurzen und sinnlosen Intermezzo mit dem Sänger Klaus, er sang einfach grottenschlecht, kam Lydia Pohl zu uns, die ihre Aufgabe dann ganz ordentlich erledigte.

 

  

Slaves And Masters


Ich habe die Erfahrung gemacht, dass durch bestimmte Umstände die eigene musikalische Weiterentwicklung oft in einer Sackgasse stecken bleibt. Dies war einer der Gründe, die Band 1975 nach zwei Jahren zu verlassen. Der andere Grund war ein Angebot, bei der bekannten Frankfurter Gruppe Alma Mater einzusteigen, da sich deren bisheriger Organist Tammy Grohe (leider +) anderweitig orientieren wollte. Letztlich zerschlug sich dieses Angebot, da er dann doch nicht ausststieg. 

 

 

Anmerkung:

Aus dieser Periode existieren noch etliche Tondokumente. Da ich es aber nicht verantworten kann, die körperliche und geistige Unversehrtheit der Hörer zu gefährden, habe ich darauf verzichtet, sie ins Netz zu stellen.

 

Historisch interessant finde ich ein Video, das der Hessische Rundfunk 1977 für die Sendung "Schülerexpress" von der späteren Stoke- Nachfolgeband X-Ray aufgenommen hat. 

Auf dem Video waren außer den Ex- Stoke Mitgliedern Bernd Kuhn und Eberhard Kröckel noch Ralph Brandmüller (siehe 4. Kapitel "Band Of Gold") und ein früherer Freund Bertram "Pixi" Hoyka, der leider 1991 viel zu früh verstorben ist, dabei.

Die Urbesetzung von X-Ray bestand neben Bernd und Pixi noch aus Barney Roth Voc, Helmut Schüßler Drums und Alex Stams Bass.