Walk On The Wild Side

 

Video Killed The Radio Star

 

 

Da im Dreamboat auch ein Videostudio integriert war, musste damit Geld verdient werden. Dazu war eine Nase erforderlich, die diesen Job stemmen konnte. 

Und wieder einmal deuteten alle auf mich. Meine bekannte fotografische und die allerdings unbekannte Super 8 Vergangenheit hatte mich eingeholt. 

Daher produzierte ich in der nächsten Zeit außer vielen anderen Projekten auch alle anfallenden Musikvideos.

 

  

Bridge Over Troubled Water

 

Unser bereits bekannter Sponsor zog es inzwischen vor, kurzfristig von der Bildfläche zu verschwinden um den heimischen Gesetzeshütern in ihrem Tagesgeschäft eine Verschnaufpause zu verschaffen.

Es bot sich zu diesen Zweck Queen Lizzys von Wasser umgebene Insel an, die sich bedingt durch den Ärmelkanal einer direkten Erreichbarkeit entzog, ebenso wie der Verfolgung durch deutsche Justizbüttel. 

Ganz nebenbei verlangte er von meinem Adlatus Bernhard und mir, den Videoschnittplatz aus dem Studio nach England zu speditieren. Er wollte damit Musikvideos von englischen Gruppen schneiden.

Es wurde eine nette kleine Geschäftsreise und durch keine Kontrolle behelligt, karrten wir das Equipment in sechsstelligem Wert auf das Eiland. Die EU lag damals noch in weiter Ferne und es handelte sich bei diesem Vorgang rechtlich gesehen schlicht und ergreifend um Schmuggel.

Keine Ahnung auf welchem Weg, aber das Zeug wurde nach einiger Zeit wieder zurück nach Deutschland geschafft. 

 

Während unseres Auslandsaufenthalts drehten wir nebenbei im Londoner Marquee Club noch Liveauftritte diverser Bands aus der IG Metall Fraktion. Es waren Gruppen, von denen einige so schnell in der Versenkung verschwanden wie sie aufgetaucht waren.

Es waren unter anderem die Hardrock Band Statetrooper des ex Praying Mantis Drummers Bruce Bisland und des Sängers Gary Barden ex Michael Schenker Group oder Stormbringer, einer Formation aus Heidiland.

 

 

Throwing Shapes  

 

Mittlerweile hatte der emsige Geldgräber im Albionreich weitere mehr oder weniger nützliche Kontakte zu Bands und Musikern geknüpft.  

So begab es sich eines schönen Tages, dass im Hinterhof des Studios ein alter klappriger Minibus einlief aus dem vier müde Engländer krochen. Außer ihren Instrumenten und ein paar Schlafsäcken hatten sie nichts dabei. Ein fünfter Musiker kam etwas kommoder mit der eigenen Limousine. 

Die Kids waren die Band um den ex Iron Maiden Drummer Clive Burr. Chris Troy spielte Bass und sein Bruder Tino Troy Gitarre. Beide die Gründer der Band Praying Mantis, die zu den Pionieren der "New Wave of British Heavy Metal" zählte.

Alan Nelson bediente die Keyboards und ihr Sänger war Bernie Shaw, der später zu der britischen Kultband Uriah Heep stieß, bei denen er bis heute ist.

Der aktuelle Bandname war Stratus, was aber nicht viel besagte, da Clive seine Bands öfter umbenannte. 

Da sie kaum Geld hatten, übernachteten sie in ihren Schlafsäcken im Studio. Ich war zwischen den Sessions ihr Caterer und öfters auch der Koch. Clive, der aus seiner Iron Maiden Ära noch Geld übrig hatte, nächtigte natürlich in einer nobleren Absteige.

 

Es wurde eine LP produziert, deren Titel sämtlich von Stratus geschrieben waren. Absolut stilsicher und mit geradezu verbissenem Willen zur Perfektion und einer beispiellosen Arbeitsmoral machten sich die Hardrocker an die Arbeit und Track für Track wurde aufgenommen. Die Platte wurde von Sony Music unter dem Titel "Throwing Shapes" herausgebracht und erreicht insbesondere in Japan hohe Chartplazierungen.

 

Dies alles fand im Jahr 1984 statt.

 

 

Die LP "Throwing Shapes"

 

https://www.youtube.com/watch?v=XD7d1uwzfTk&list=PL2T4bZNJOKxgfWg4-bNXYSdu5ntTe9XRB&index=4 

 

 

 

 

Vom Statetrooper Titel "Last Stop To Heaven" hat zum Glück ein Video überlebt.

Es wurde im AVM Studio produziert

 

STRATUS